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Schulfeste zu Ehren des Kaisers an der Hülhovener Schule

Die Schulchronik der Hülhovener Schule berichtet mehrfach von besonderen Festen zu Ehren der Kaiserlichen und Königlichen Majestäten. Beim Lesen der Berichte wird man in die „gute alte Zeit“ zurückversetzt, in der solche Ereignisse für die damalige Bevölkerung eine willkommene Abwechslung im Alltagsleben boten. So berichtet die Schulchronik von regelmäßigen Feiern zu Kaisers Geburtstag. Hier sollen von zwei besonderen Anlässen die ausführlichen Berichte wiedergegeben werden:

1. „Zur goldenen Jubel-Hochzeit Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Majestäten, unseres Hochverehrten Herrscherpaares Wilhelm und Auguste, am 11 Juni 1879.
Gegen 7 Uhr morgens versammelten sich die Schüler der beiden Schulklassen, festlich gekleidet, in den reich geschmückten Schulsälen der beiden Abteilungen und zogen von da aus in geordneten Reihen, geführt von dem Lehrer der Oberklasse und dem Aspiranten der Unterklasse, nach Dremmen.
In Dremmen fanden sich sämtliche Schulkinder der ganzen Pfarre, gegen 600 an der Zahl, an dem dortigen Schulhause zusammen und nachdem alle in Reihen geordnet waren, eröffneten diese den feierlichen Zug in die Kirche, gefolgt von den 3 Schützengesellschaften der Pfarre, von den zwei Gesangvereinen, dem Musikchore, dem Herrn Bürgermeister, den Vorständen und einer zahlreichen Volksmenge.
Nach Beendigung des Hochamtes nahm man vor der Kirche Aufstellung und nachdem der Herr Pfarrer in Begleitung des Herrn Bürgermeisters inmitten der großen Schar angekommen waren, hielt letzterer eine schöne Festrede, welche nicht verfehlte, die Herzen der Zuhörer zu rühren und zu froher Begeisterung zu bewegen, so dass alle zuletzt kräftig und laut einstimmten in das dreimalige „Hoch“, welches dem hoch verehrten Herrscherpaare ausgebracht wurde.
Hierauf stimmten gewiss tausend Stimmen die Nationalhymne „Heil dir im Siegerkranz“ an und vom Musikchore begleitet, machte dies einen gewaltigen Eindruck, so ernst und feierlich.
Es wurde sodann von den Schützen eine Parade abgehalten und nach Beendigung derselben, als die Schützen mit ihren Fahnen und der Musik abgezogen waren, brachten wir auch unsere Schüler wieder in Ordnung und zogen mit denselben, so wie wir gekommen waren, in die Schule zurück, wo dann die Schulfeier in folgender Weise ihren Fortgang nahm.

  1. Ansprache des Lehrers an die Kinder, in Bezug auf diese Festfeier.
  2. Harmonisches Lebehoch auf das Hochverehrte Herrscherpaar.
  3. Absingen der Nationalhymne.
  4. Deklamationen.
  5. Gesang.
  6. Verteilung der Festgabe.
  7. Schluss der Feier.

Aufgestellt, Hülhoven, den 16. Juni 1879.
H. A. Jansen, Lehrer“

 

2. Am 22. März 1897 feierte man überall im Deutschen Reich den 100. Geburtstag des Kaisers Wilhelm I. Überall im Land wurden ihm zu Ehren Denkmäler enthüllt. In unseren Dörfern feierte man dieses Ereignis drei Tage:

Sonntag, den 21.März 1897, versammelten sich die Schulkinder an der Schule zu Hülhoven zum Zug zur Kirche. Nach dem Hochamt war Parade des Kriegervereins und der Schützengesellschaften der Pfarre. Der Königliche Landrat Freiherr von Scheibler hielt dieselbe ab. Vor der Parade gedachte der Herr Landrat des Verstorbenen, indem er in einer Ansprache seine Taten und Verdienste hervorhob. Zum Schluss forderte er die zahlreich gegenwärtigen Einwohner der Pfarre auf, einzustimmen in ein dreifaches „Hoch“ auf den Kaiser Wilhelm II.

Montag, den 22. März, fand die Schulfeier statt. Die Kinder versammelten sich wieder um 9 Uhr an der Schule. Die Mitglieder des Gemeinderates und des Schulvorstandes sowie mehrere andere Gäste fanden sich ein, um an der Feier teilzunehmen.
Zwanzig Gedichte wurden von den Kindern vorgetragen und dazwischen zehn Vaterlandslieder gesungen. In einer Ansprache des Lehrers Franken wurde ein kurzes Lebensbild Wilhelms des Großen entwickelt und zuletzt seines Enkels, des Kaisers Wilhelm II., als dem Ausbauer dessen, wozu sein Großvater den Grundstein gelegt, in einem Hoch gedacht.
Ein Gebet machte der Feier für heute ein Ende.

Dienstag, den 23. März, versammelten sich gegen 200 Kinder, 60–70 die nicht schulpflichtig waren, an der Schule. Sie wollten alle sich an den Spaziergängen beteiligen. Um 2 Uhr wurde an der Schule fortgezogen, zunächst nach Hülhoven. Mit 2 Schulfahnen an der Spitze, ging es unter kräftigem Gesang dem Dorfe zu. Nach einem Rundzuge durchs Dorf ging es zur Wiese der Witwe Buchkremer. Unter Leitung der Lehrer Hilgers und Franken machten die Kinder hier viele Reigen und Turnspiele zur Freude der Eltern, die sich dort eingefunden hatten. Von da aus ging es nach Grebben und Eschweiler, wo sich dasselbe wiederholte.
Um 5 Uhr war der Zug wieder an der Schule. Jetzt folgte für die Kinder eine neue Freude. Jedes Kind erhielt nämlich einen großen Bretzel. Alle waren müde, aber unter lautem Jubel zogen sie ihren Dörfern zu.

Hülhoven, den 29. März 1897
Franken, Lehrer"


Weitere Berichte zu diesem Thema:

  • Geburtstag seiner Majestät
    Am 27. Januar 1899 fand in der hiesigen Schule die Geburtstagsfeier Seiner Majestät statt. An derselben nahmen die Schulvorstandsmitglieder, der Herr Rektor Gentis aus Eschweiler und einige Mitglieder des Gemeinderates teil. Nachdem die Kinder passende Gedichte vorgetragen und Lieder gesungen hatten, wurde eine Ansprache gehalten. Nachdem das Hoch auf den Kaiser ausgebracht war, wurde zum Schlusse "Heil dir im Siegerkranz" gesungen.

    Hülhoven, den 31. Januar 1899 Hilgers, Lehrer
  • Gemäß Erlass seiner Majestät des Kaisers war am 18. Januar 1901 zur Feier des zweihundertjährigen Jubiläums des Königreiches Preußen eine Schulfeier. Dieselbe vollzog sich wie die am Kaisers Geburtstag übliche Feier. Es war morgens Festgottesdienst in der Pfarrkirche zu Dremmen, hernach Feier in der Schule. Der Schulunterricht fiel aus.
  • Die Schulfeier am Feste der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares, dem 27. Februar 1906, war ähnlich der Kaisergeburtstagsfeier. Die Schüler trugen mehrere vaterländische Lieder und zum Feste passende Gedichte vor. Die Kinder wurden dann in einer Ansprache auf die Bedeutung des Tages hingewiesen. Der Unterricht fiel aus.