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Die erste Martinsfeier in der Dreidörfergemeinschaft

geschrieben von Michael Lowis,
1. Vorsitzender des Ortsrings Eschweiler – Grebben – Hülhoven e.V.

Am 10. November zieht wieder der Martinszug durch unsere Gemeinde, ein alter Brauch, der uns schon so selbstverständlich geworden ist, dass viele meinen, er finde schon seit Jahrhunderten statt. Martinsbrauchtum gab es schon im Mittelalter, jedoch nicht in der Gestalt des Fackelzuges mit Bescherung der Kinder. Diese Form entwickelte sich erst um 1900 und ging vom Niederrhein und Düsseldorf aus, wo das Martinsgedächtnis immer schon besonders gepflegt wurde.

Wie sich die Martinsfeier in unserer Dreidörfergemeinschaft entwickelt hat, kann man in der Chronik der Schule Hülhoven nachlesen. Im Folgenden sind einige Auszüge abgedruckt. So erzählen fachkundige Leute, dass der unten geschilderte erste Martinszug, der von Hauptlehrer Josef Spehl initiiert wurde, der erste Martinszug im Kreis Heinsberg gewesen sei.

„Die erste Martinsfeier der Schulgemeinde Hülhoven wurde im Jahre 1925 veranstaltet. Wenn etwas unser Lehrerkollegium bewog, diesen Tag feierlich zu begehen, dann war es der Gedanke, daß endlich der Sinn der Gemeinschaft, die die Orte Hülhoven, Grebben, Eschweiler bilden, auch nach außen hin ausgedrückt werden müsse.
So sollte also unser Zug unser St. Martinsfeuergemeinschaftssymbol sein. Zugleich aber auch eine Wiederbelebung eines alten Brauches, der nun einmal unserem Landvolk lieb und wert ist, der aber ohne Führung leicht verwildert. Durch einige Männer wurde eine Haussammlung gehalten, die 167 M einbrachte. Die Glanzstoffwerke stellten durch frdl. Vermittlung des Herrn Daufenbach die Rüstung für St. Martin. Ein Mantel wurde von einem Kostümgeschäft besorgt. So zogen denn am Vorabend des Festes 200 Kinder mit lautem frohem Liederschall und mit Musik durch die Dörfer. Die Alten zogen mit oder standen mit leuchtenden Augen an den Türen, St. Martin aber mitten in der jubelnden Schar. Unweit der Schule loderte ein mächtiges Feuer. Dort sprach St. Martin freundliche Worte. Hiernach sangen wir das das heimatfrohe Lied: "Kein schöner Land". In der Schule wurden dann die besten selbstgefertigten Fackeln ausgezeichnet, auch jedes Kind recht reichlich beschert. Und da war keiner von Alten und Jungen, dem der Abend nicht Freude gebracht hatte.“

„Auch im Jahre 1926 wurde die St. Martinsfeier veranstaltet. Einen prächtigen Martinsreiter stellte Herr Lowis Heinrich in Hülhoven.“

Im Jahre 1948 vermerkt die Schulchronik:

„Wie im vorigen Jahre fand auch in diesem Jahre am Vorabend des Martinsfestes ein Martinszug mit Abbrennen des Martinsfeuers statt. Martinsreiter war wieder der Landwirt Peter Hilgers, der schon viele Jahre dieses Amt versieht. Sinnreiche, selbstgefertigte Martinsfackeln verschönerten den Zug. Bei seiner Ansprache am Feuer rief der Schulleiter zu helfender und opferbereiter Nächstenliebe auf, zu deren Ausübung die heutige Notzeit reichlich Gelegenheit bietet. Trotz der Not der Zeit nahmen die Kinder zum Schlusse als ansehnliche Martinsgabe ein Weckchen mit heim.“

„Am 10.11.48 fand unsere diesjährige Feier mit Martinszug, Abbrennen des Feuers und nachfolgender Bescherung statt. Außer eines ansehnlichen Weckmanns konnten die Kinder noch zusätzlich mit Äpfeln beschenkt werden."

Im November 1948, nach der Währungsreform, wird folgendes berichtet:

„Die Bescherung der Kinder anlässlich der Martinsfeier fiel sehr reichhaltig aus. Wegen des stürmischen Wetters konnte der Martinszug zum ersten Male nicht stattfinden.“

In den folgenden Jahren berichtet die Schulchronik von der Fortsetzung des Martinsbrauchtums. Im Jahre 1968 fand der letzte Martinszug unter der Regie der Volksschule Hülhoven, die am 10.Juli 1969 aufgelöst wurde, statt. Darüber wird wie folgt berichtet:

„Der diesjährige Sankt-Martinszug verlief wiederum in guter Ordnung und war sehr schön. Trommlerkorps, Instrumentalverein, Feuerwehr und Lehrerschaft bemühten sich um alles; bei Nobis kam man zur "Nachbesinnung" zusammen.“

Danach wurde der Martinszug von der Pfarrgemeinde St. Andreas bis zum heutigen Tage fortgeführt.

Wer sich ausführlich über das Martinsbrauchtum informieren will, dem sei eine Internetseite des Erzbistums Köln (http://www.martin-von-tours.de) besonders empfohlen. Dort findet man Geschichten, Legenden, Lieder, Laternen, Rezepte, Bilder, Texte und ein Lexikon zum Thema St. Martin.

Michael Lowis