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Die Geschichte des Dorfes Eschweiler bis 1929

Im Heimatkalender des Kreises Heinsberg aus dem Jahre 1929 berichtet der ehemalige Hauptlehrer der Volksschule Hülhoven und Heimatforscher Josef Spehl über die Geschichte des Dorfes Eschweiler, deren Werdegang eng mit der Entwicklung der Kapelle verbunden ist. Diese Kapelle wurde im Frühjahr 1957 abgerissen und durch die neue Pfarrkirche, die im Herbst 1958 durch den Weihbischof Hühnermann feierlich eingesegnet wurde, ersetzt.
Wir bedanken uns ganz besonders bei dem Kreis Heinsberg, der dem Ortsring Eschweiler-Grebben-Hülhoven die Genehmigung zur Veröffentlichung des Beitrags erteilt hat.
Zum besseren Verständnis des 1929 entstandenen Textes wurden einige Worterklärungen dem Artikel von W.J. Spehl angefügt. Die erklärten Begriffe sind im Text kursiv gedruckt.

 

Eschweiler: Die Geschichte eines Dorfes und seiner Kapelle

W. J. Spehl

Die Sonne geht zur Rüste, da ich sie zu schreiben beginne: Die Geschichte des kleinen Dorfes, und dieweil der Himmel sich rötet im West, hebt das Glöcklein an zu läuten da unten im Tale, nicht weit von dem Schulhause, das sich hoch und landfremd auf der Höhe erhebt an der großen Landstraße. Hoch und fremd, weil es sich nicht der Landschaft angepasst hat und sich ihr nie anpassen wird. Denn weit zieht sich die fruchtbare Ackerebene hin nach Westen zu. Ungehindert und wuchtig kann der Wind sein Spiel da treiben und daher brausen mit Macht. Und wer geborgen sein wollte, der müsste seine Hütten in den Talgründen bauen, die sich immer wieder von der breiten und sumpfigen Wurmniederung in die Ebene hineinziehen, oder in die Mulden, die die Ebene selbst durchziehen, auf deren Grund meist ein stilles Wässerlein rieselt. Und die Alten haben es immer so gehalten, dass sie klug sich schützten gegen die Unbill des wilden Sturmes, der über die Ebene braust.

Da buchtet schon seit undenklichen Zeiten die Wurmniederung in die Ackerfläche hinein, ein Winkel, der sich nach Osten öffnet. An den Steilhang nun, den des Mittags Sonne warm bestrahlt, bauten die ersten Siedler ihre Hütten. Gleich an den Ufer- oder Sandschwalben, die heute noch an eben diesem Hang noch zu Hunderten ihre Bruthöhlen haben. Damals werden diese Schwalben noch nicht dort gewohnt haben. Denn die Hänge waren ehedem mit Wildwuchs und Gestrüpp bedeckt. Dann aber fuhren später die Leute den Sand ab und steilten den Hang, um ihren wachsenden Gehöften Raum zu schaffen. Die Steilung ohne Baum und Strauch erwählten die klugen, kleinen Sandschwalben zum Brutplatz, nicht zu hoch, nicht zu niedrig, fein berechnet, dass nicht eines neugierigen Buben Hand sie erreichen konnte. Dort wohnen sie nun und die Morgensonne sendet früh schon den Strahl zu ihren Bruthöhlen. Des Dorfes Jugend freut sich der kleinen, lieben Nachbarn und hegt sorglich und Stolz die Brutstätte.

Dort auch an diesem Hange, der nach Morgen liegt, bauten die ersten Siedler ihre Hütten. Eine alte Sage geht durch die Häuser des Dorfes, dass vormals auf der Höhe, an der schmalen Dorfstraße, der „Stieg“, ein Freihof gestanden habe, dass dann ringsum sich die Laten, die unfreien Leute, gesiedelt hätten. Eschen standen und stehen noch heute an dem Hange und an den Hohlwegen, die aus der Niederung auf die Höhe führen. Die Eschen gaben dem kleinen Weiler den Namen: Eschweiler. Es war ganz gut wohnen in dem Winkel. Morgens und mittags schien von Südost die Sonne warm herein; der Westwind aber, der über die Höhe fegte, stob über das Dorf hinweg. Freilich, viel Raum blieb in dem Winkel nicht, nur für die Gehöfte und die schmale Straße, wohl auch noch für einen kleinen Musgarten. Oben auf der Höhe ward durch die Siedler der Wald gerodet und bald breiteten sich die Äcker weithin bis da, wo auf größeren Rodungen die Dörfer Uetterath, Waldenrath, Boverath sich lagerten in flachen Mulden. Die Niederung zur Wurm hin war für den Acker nicht geeignet, denn dort wars das ganze Jahr hindurch feucht, gar sumpfig, so dass man kaum in hartem Winter bei starkem Frost dort Holz fällen konnte. Weithin zog sich dort der Wald bis nach Ratheim, Hilfahrth, Bracheln hin, der Kappbusch, aus dem man zur Winterzeit abends den Wolf heulen hörte, wo auch der Feuermann auf dem Moore tanzend nächtens sein Unwesen trieb.

Redlich und recht schlugen sich die Menschen des kleinen Dorfes durch. Im Sommer gab es draußen auf den Äckern Arbeit genug; im Winter flocht man Körbe aus den Weidenruten, die sich im Bruche fanden, schnitt auch Holzschuhe aus dem Holz der Erlen und Weiden. Mancher auch fand Arbeit und Verdienst am Webstuhl, um den Flachs zu verarbeiten, den man auf den Feldern gezogen und in den Röstgruben am Rande des Bruches weiter bereitet hatte.

Freilich auch schlimme Zeiten kamen. Fast jeden Herbst ging der „Freesem“ durch das Dorf, eine Fieberkrankheit, die durch den Dunst des Bruches verursacht wurde. Einmal gar, es war vor mehr als zweihundert Jahren, zog die Pest in das kleine Dorf und schritt von Hütte zu Hütte, schnitt der Menschen Leben, wie der Schnitter zur Mahd die Kräuter der Wiese schneidet, schnitt alte und junge Menschen, ohne Erbarmen. Und so sagt eine andere Sage, dass nur zwei Menschen im Dorfe am Leben geblieben seien. Der eine von ihnen hätte den Namen Hermanns gehabt, zu seiner Sippe zählten alle die vielen Familien gleichen Namens, die heute in dem kleinen Dorfe und in den Nachbardörfern wohnten. Die zwei aber, die die Pest verschont hatte, sollen nach der Sage eine Kapelle gebaut haben zwischen Schafhausen und Schleiden, und zu dieser Kapelle pilgern heute noch die Nachbarn, wenn einer schwerkrank darnieder liegt. Als aber die beiden Lebenden so Gott gedankt für ihre Rettung und gleichzeitig den Toten ein Gedenkzeichen geschaffen hatten, fingen sie ihr Tagewerk wieder von neuem an. Allmählich kam wieder Leben in die Hütten.

Im Jahre 1764 schenkte der Herrgott den Leuten des kleinen Dorfes eine besondere Freude. Einer der Söhne der alten Familie Minkenberg war ein Pfarrherrr geworden und hatte seinen Amtssitz in dem Dorfe Odilienberg bei Roermond. Der Pfarrer Petrus Minkenberg ließ im Jahre 1764 eine Kapelle in dem Dorfe bauen, nachdem die kurfürstliche Behörde am 7. Juli 1763 ihre Einwilligung dazu gegeben hatte. Anfänglich war die Kapelle unter dem Namen „Jesus, Maria, Josef“ errichtet, später wurde St. Andreas zum Pfarrpatron erwählt und sein Tag, der 30. November, seitdem besonders gefeiert. 1774 kaufte der Pfarrer Minkenberg die Eschweiler Erbpacht an, die aus 12 ½ Malter Roggen und 1 ½ Malter Hafer bestand, und überwies die jährlichen Einkünfte der Kapelle, außerdem eine Fruchtrente von 2 Malter Roggen aus dem Dorfe Barmen bei Jülich. Dafür sollten wöchentlich zwei hl. Messen gelesen werden. Diese Erbpacht wurde in den Jahren 1850-1855 durch Geld abgelöst.

In den ersten Jahren war kein Geistlicher im Dorfe selbst ansässig. Ein Aktenstück, heute nicht mehr auffindbar, aus dem Jahre 1778 soll einen Neffen des Pfarrers Minkenberg, einen Geistlichen Bürsgens, als Rektor von Eschweiler bezeichnet haben, er soll auch auf die Stiftung dieser Kapelle geweiht worden sein. Er wohnte nicht in Eschweiler, sondern hatte auswärts eine Vikariestelle und starb in jungen Jahren. Im Heimatkalender 1928 führt Herr Pfarrer Jansen in seinem Verzeichnis der Geistlichen aus dem Heinsberger Lande, S. 126, einen Vikar Bürsgens aus Rurkempen an, weißt ihm aber als Benefizium Eschweiler an der Inde an. Da die sonstigen Notizen mit den Aufzeichnungen bei der Eschweiler Kapelle übereinstimmen, vermute ich, dass in dem Verzeichnis ein Irrtum zugrunde liegt.

Als zweiter Rektor der Kapelle in Eschweiler bezeichnen frühere Aufzeichnungen einen Herrn Blum aus Unterbruch. Im Heimatkalender 1928 in der schon genannten Aufstellung S. 131 wird er Plaum genannt, geboren 9. Mai 1733, 1764 Rektor in Unterbruch. Er wohnte in dem Hause des Michel Hermanns zu Eschweiler. Er las werktags die Messe in Eschweiler, an Sonn- und Feiertagen aber in seiner Heimatgemeinde Unterbruch, wo er 1811 oder 1812 starb.

Danach blieb das kleine Dorf längere Zeit ohne eigenen Rektor und die gestifteten Messen wurden durch Geistliche aus Dremmen und Heinsberg gelesen. Besonders genannt wird Pater Bammelrath aus dem Kloster der Franziskaner an der sog. Paterskirche zu Heinsberg. Er kam mehrere Jahre ein paar Mal wöchentlich nach Eschweiler und las dort die hl. Messe. Danach übernahm der Kanonikus Bardenheuer aus dem ehemaligen Gangolfusstifte zu Heinsberg bis zum Jahre 1820 die Stiftungspflichten bei der Kapelle. Von 1820 ab lesen dann nur wieder die Dremmener Geistlichen die Messe; von 1840 ab, wo Dremmen einen zweiten Vikar hatte, besorgte dieser ausschließlich die Obliegenheiten. Von 1849 bis 1857 war Herr Vogels zweiter Kaplan in Dremmen. Er war am 12. März 1826 in Waldfeucht geboren. Er las nicht nur wöchentlich mehrere Male die hl. Messe in Eschweiler, sondern trotz seines leidenden Zustandes bemühte er sich in aufopfernder und vorbildlicher Wiese um die Vermögensordnung der Kapelle. Vogels starb nach zweijährigem Leiden am Karfreitag des Jahres 1857, nachmittags 3 Uhr. Von nun an hegten alle Einwohner Eschweilers den Wunsch, einen ständigen Geistlichen in ihrer Mitte zu haben. Aber vor allem fehlte es an einer geeigneten Wohnung. Die Gemeinde schenkte einen passenden Platz für Haus und Garten neben der Kapelle. Die Ortseinwohner erklärten sich fast alle bereit, einen Baubeitrag in der sechsfachen Höhe ihrer Klassensteuer in Geld oder Geldeswert zu zahlen, und so konnte der Bau 1863 begonnen werden. Der Pfarrer Brementhal aus Dremmen legte am 22 April 1863 den Grundstein zu dem Bau, der im folgenden Jahre beendet wurde. Es war für damalige Verhältnisse eine schöne Leistung, denn die Dorfhäuser selbst hatten noch meist, wie der Rektor Schmitz später in einem Schreiben sagt, Strohdächer.

Mehrere Stiftungen vermehrten inzwischen noch das Kapellenvermögen. 1853 vermachte Leonhard Nießen der Kapelle 6 Morgen Ackerland, Anton Nießen im Jahre 1862 3 Morgen Ackerland. Nachdem die Stiftungsverhältnisse etwas geordnet waren, erklärte sich Pfarrer a. D. Joh. Ad. Jansen aus Morschenich, wohnhaft zu Düren, zur Annahme der Stelle bereit. Am 27. Juni 1864 erfolgte seine Ernennung, aber schon nach wenigen Monaten, am 3. Oktober 1864, starb er. Er vermachte der Rektorstelle 600 Taler, deren Zinsen nach Abzug der Verwaltungs- und Kultuskosten dem künftigen Rektor zukommen sollten. Dieser hatte dafür fünf hl. Messen jährlich zu lesen.

Die Stelle blieb nun fast ein Jahr unbesetzt. Am 9. September 1865 wurde Herr Karl Joh. Ilbertz zum Rektor in Eschweiler ernannt. Er war geboren am 30. Mai 1837 in Strümp, Pfarre Lank, und vor seiner Ernennung Vikar in Wevelinghoven gewesen. Auch dieser starb bereits nach ganz kurzer Zeit am 8. Januar 1866. Während der kurzen Zeit seiner Wirksamkeit wurde am 30. November 1865 der Andreas-Bauverein gegründet.

Am 7. Mai 1866 wurde dann der Rektor Joh. Heinr. Schmitz nach Eschweiler berufen. Schmitz war geboren zu Dornbusch bei Süchteln am 9. Oktober 1830, er war Hausgeistlicher bei den Grafen Wolff-Metternich zu Gymnich bei Köln gewesen. Mehr als 30 Jahre hat er in Eschweiler gewirkt, und diese Zeit ist für die Kapelle von größter Bedeutung gewesen. Schmitz war ein sehr eifriger Priester, dem vollständige Taubheit die Ausfüllung eines größeren Amtes versagte. Er ist mit dem kleinen Dorfe und seiner Kapelle verwachsen wie keiner vor und nach ihm. Seine ganze Liebe schenkte er dem kleinen Dorfe. In einem Schreiben an das Generalvikariat spricht er mit wirklich rührender Anhänglichkeit von der Kapelle und den Menschen, die unter seiner Obhut stehen. Er nennt sie nur „die guten Leute hier“.

Schon gleich im Beginn seiner Tätigkeit dachte Schmitz daran, die Kapelle zu vergrößern. Im September 1866 wird als Notbehelf zuerst eine Doxale eingebaut. Bereits am 15. Dezember 1869 erlassen Kapellenvorstand und der Vorstand des Andreas-Bauvereins einen Aufruf an alle Bewohner, in den zwei nächsten Jahren mindestens den sechsfachen Betrag ihrer Klassensteuer als Baubeitrag zu zahlen. Der Aufruf sagt:
„Die öffentlichen Verhältnisse sind jetzt in günstigem oder doch befriedigendem Zustande. Vor allem haben wir jetzt den kostbaren Frieden, vor Krieg und Kriegsgefahr und Kriegssteuern haben wir nichts zu fürchten.“ Wer dachte auch daran, dass schon so schnell nach den Kriegen 1864 und 1866 ein neuer Krieg ausbrechen würde! Der Krieg brachte natürlich eine Verzögerung der Arbeiten. Aber in den Jahren 1873 und 1874 wurde der Erweiterungsbau fertiggestellt. Den Plan entwarf ein Architekt Lange, vermutlich aus Aachen. Die alte Kapelle hatte man gelassen und an der linken Seite in Kreuzform bedeutend erweitert mit einem Chor nach Osten hin. Doch Rektor Schmitz begnügte sich mit dieser Vergrößerung nicht. Unablässig war er auf Ansammlung weiterer Baugelder durch den Andreasverein bedacht. Er erwirkte auch beim Generalvikariat die Erlaubnis, das hl. Sakrament dauernd aufbewahren zu können.

Im Jahre 1891 feierte Schmitz sein 25-jähriges Ortsjubiläum. Aber nicht nur das Dorf Eschweiler nahm daran teil, sondern die ganze Pfarre Dremmen. Im Dorfe wurde eine Sammlung abgehalten, deren Ertrag in Höhe von 1000 Mark dem Jubilar überreicht wurde zur beliebigen Verwendung, außerdem schenkte man ihm eine Stola und ein Röcklein.

Schon im Jahre 1892 verwirklichte Schmitz seine neuen Baupläne. Die Kapelle wurde nach NW erweitert, das Dach wurde höher geschraubt. Ein Gedenkstein mit der Zahl 1892 erinnert an diese Vergrößerung. Das Glockentürmchen wurde 1897 umgebaut, und durch den Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrikation wurde eine neue Glocke bezogen. Die alte kleine Bronzeglocke wanderte in die Kapelle zu Schleiden.

Das neue Glöcklein konnte Schmitz zu Grabe läuten. Er starb nach langem Nierenleiden am 23. Oktober 1897. Eine Gedenktafel in der Kapellenwand wird die Erinnerung des Dorfes an den eifrigen Rektor noch lange erhalten.

Sein Nachfolger war der Rektor Josef Hubert Gentis, geboren am 10. Juli 1839 in Zons, geweiht 1863. 24 Jahre wirkte er als Kaplan an St. Maria im Kapitol in Köln. Von 1897 bis 1911 war er Rektor in Eschweiler. Von da ab lebte er als Privatgeistlicher in Heinsberg und starb dortselbst am 17. März 1917.

Im Jahre 1912 kam der Rektor Josef Hoevels nach Eschweiler. Er war am 20. August 1878 in Köln-Lindenthal geboren. Auch er widmete sich der Ausstattung der Kapelle mit aller Kraft. Die Jahre 1920/21 brachten eine gründliche Instandsetzung der Kapelle. Schon vor dem Kriege war das Balkenwerk als sehr morsch befunden worden, so dass von 1914 bis1920 die Decke durch Ständer gestützt werden musste. 1920 wurde dann das Gebälk erneuert, ein Gewölbe eingebaut, die Sakristei erweitert und die Außenwände wurden gegen Feuchtigkeit isoliert. Sein Lieblingswunsch war der Ausbau der Rektoratsgemeinde zu einer eigenen Pfarre. Aber sein kränklicher Zustand, der Krieg mit seinen Nachwirkungen ließen ihn nicht an die Erfüllung seiner Pläne herangehen. Am 9. Okt. 1925 starb er nach langem, schwerem Leiden, er gedachte der Kapelle vorzüglich in seinem Testamente. Auf dem Friedhofe zu Dremmen fand er seine letzte Ruhestätte.

Im November 1925 wurde der hochw. Herr Pfarrer a. D. Heinr. Unversehrt als Rektor in Eschweiler eingeführt. Er war am 30. September 1864 in Aachen geboren, war Pfarrer in Mackenbach bei St. Vith und Liedberg gewesen. Auch ihm hat sein kränklicher Zustand keine lange Wirksamkeit in Eschweiler beschieden, er starb schon am 4. Januar 1928 und wurde auf dem Friedhof am Adalbertsteinweg in Aachen zur letzten Ruhe gebettet.

Nun ist das kleine Kirchlein schon mehr als ein halbes Jahr verwaist. Nur sonntags und montags wird dort durch die Herren Patres aus dem Kloster Maria-Hoop (Holland) die Messe gelesen. Aber auch in dieser nicht erfreulichen Wartezeit erlahmt der Eifer der Eschweiler um ihre Kapelle nicht. Hochherzige Stiftung und eifrige Sammlung ließen wieder eine hübsche Summe zusammen kommen, um das keine Kapellchen auszumalen. Diese Ausmalung ist einer tüchtigen Firma bereits übertragen. So ist denn zu hoffen, dass die kleine Kapelle demnächst um vieles schöner werden wird.

Ehe ich schließe, sei aber auch der 23 Helden aus Eschweiler gedacht, die während des Weltkrieges für das Vaterland starben. Ihre Namen sind in zwei Gedenktafeln unten in der Kapelle verewigt.

Diese Zeilen aber sollen die Leute von Eschweiler anspornen, ihr kleines Kirchlein, das sie aus eigener Kraft schufen und ausbauten, auch fernerhin wie ein Kleinod zu hegen. Denn wahrlich, kein schöneres Symbol für eines kleinen Dorfes Geist wüsste ich als ein schmuckes Kirchlein. Hoffentlich pflanzt man auf dem Dorfplatz vor der Kirche auch bald wieder grünende Bäume, zum Schutze vor Wetterbraus und Sonnenglut.

  • Freihof: ein Hof, der dienst- und steuerfrei war, also ein Freihof
  • Musgarten: Ein Krautgarten zur Versorgung mit erntefrischem Gemüse und Salat aus Eigenbau.
  • Röstgrube: Zur Gewinnung von Flachs- oder Hanffasern dienten so genannte Flachsröstgruben oder Hanfrösten. Flachs- oder Hanfstrohbündel legte man 8-14 Tage ins Wasser, um durch Gärungsprozesse die Fasern vom übrigen Pflanzengewebe zu lösen.
  • Rektor: In der Katholischen Kirche ist der Rektor der oberste Geistliche einer Kirche, die nicht Pfarrkiche ist.
  • Mahd: Der Begriff Mahd entstand um das Jahr 1300 und bezeichnet neben dem Mähgang oder dem ganzen Erntevorgang auch dessen Ergebnis, also das Heu, Stroh etc..
  • Malter: ein früheres deutsches Hohlmaß in Preußen als auch im Hochstift Münster verwendet. 1 brandenburgisch-preußischer Malter (12 Scheffel) entsprach 659,5 Litern, während einem Malter im Fürstbistum Münster nur 288,6 Liter entsprachen.
  • Benefizium: mit Pfründen verbundenes Kirchenamt oder Einkommen daraus.
  • Kanonikus: sind Kleriker aller Weihestufen, die an Kathedralen, Basiliken, in Klöstern (Regularkanoniker) oder Großpfarreien an der gemeinsamen Liturgie (feierlicher Gottesdienst, Stundengebete) mitwirken.
  • Klassensteuer, eine Form der Personalsteuer, bei welcher sich die Steuer nicht nach der Höhe des Einkommens oder Vermögens richtet, sondern nach äußeren Merkmalen des Besitzes und Wohlstands, die leicht in die Augen fallen. Man bildet hiernach Gruppen der Bevölkerung, deren Glieder gleich hoch besteuert werden. Der Einzelne wird hierbei freilich nicht genau nach seiner wirklichen Steuerfähigkeit getroffen. Doch war die Klassensteuer als eine Verbesserung gegenüber der Kopfsteuer anzusehen. Das preußische Klassensteuergesetz vom 30. Mai 1820 unterschied: 1) besonders reiche und wohlhabende Einwohner, 2) wohlhabende Grundbesitzer und Kaufleute, 3) geringe Bürger und Bauern, 4) Tagelöhner und Gesinde. In jeder Klasse wurden drei Stufen gebildet, außerdem wurde ein Unterschied gemacht zwischen Haushaltungen und einzelnen Personen.
  • Morschenich: Kleiner Ort bei Düren
  • Doxale: die dem Chor gegenüberliegende Empore, die Sängerbühne, auf der sich die Orgel befindet, wurde Doxale genannt.
  • Chor: In der sakralen Architektur bezeichnet Chor den Altarraum in Kirchen, der nur dem Klerus vorbehalten war.
  • Die Deutschen Einigungskriege: Krieg 1864: Deutsch-Dänischer Krieg; Krieg 1866: Deutscher Krieg, Hauptgegner sind Preußen und Österreich; 1870/71 Deutsch-Französischer Krieg